ZUSAMMENFASSUNG

Radiometrische Datierungsmethoden bieten ein zuverlässiges Mittel, um die Altersbestimmung kritischer Punkte in der geologischen und planetarischen Geschichte vorzunehmen, einschließlich des Alters der Erde, des Mondes und von Meteoriten. Dass das Alter der Erde Milliarden von Jahren beträgt, ist praktisch unbestritten, da es durch eine Vielzahl unabhängig bestimmter wissenschaftlicher Belege gestützt wird, die darauf hinweisen, dass die Erde 4,5 bis 4,6 Milliarden Jahre alt ist. Wissenschaftler verfeinern dieses Alter kontinuierlich, doch es ist höchst unwahrscheinlich, dass es sich in Zukunft um mehr als ein paar Prozent ändern wird. In der Vergangenheit war das Alter der Erde Gegenstand vieler Kontroversen, doch in den letzten Jahrzehnten wurden neue Techniken entwickelt, die zuvor nicht verfügbar waren. Unter sachkundigen Wissenschaftlern besteht praktisch kein Streit mehr über die Antiquität der Erde und ihrer Schwesterplaneten.

Die radiometrische Datierung hat die geologische Zeitskala (Abbildung 1) unabhängig bestätigt und quantifiziert, die ursprünglich auf der Grundlage stratigraphischer und faunistischer Sukzession erstellt wurde, bevor moderne isotopische Datierungstechniken entwickelt wurden. Obwohl die radiometrische Datierung es Wissenschaftlern ermöglicht hat, Altersangaben zu machen und die Länge der verschiedenen Epochen, Perioden und Ären festzulegen, ist die relative Reihenfolge dieser geologischen Zeiteinheiten unverändert geblieben. Dies ist ein starker Beweis dafür, dass sowohl die Datierungstechniken als auch die paläontologischen und stratigraphischen Prinzipien, auf denen die Zeitskala ursprünglich basierte, fundiert sind.

Es besteht auch kein Zweifel daran, dass die Gesteine, die heute an der Erdoberfläche freigelegt sind oder durch Bohrungen für Wissenschaftler zugänglich sind, über geologische Epochen hinweg abgelagert und platziert wurden, beginnend im frühesten Präkambrium vor mehr als 3,8 Milliarden Jahren. Es gibt mehr als 100.000 radiometrische Altersbestimmungen in der wissenschaftlichen Literatur, die Gesteinsformationen und geologische Ereignisse datieren, die ein Alter von Holozän bis zum frühesten Präkambrium aufweisen. Diese Daten und das gesamte angesammelte Wissen aus der Wissenschaft der Geologie zeigen eindeutig, dass die Erde, die wir heute sehen, das Ergebnis natürlicher Prozesse ist, die über immense Zeiträume hinweg wirkten, und nicht das Produkt eines oder zweier weltweiter katastrophaler Ereignisse.

Die geologischen Folgerungen des „wissenschaftlichen" Kreationismus — nämlich, dass die Erde nicht älter als 10.000 Jahre ist und dass die sedimentären Gesteine der geologischen Säule innerhalb von etwa einem Jahr während eines weltweiten Fluts vor etwa 7.000 Jahren abgelagert wurden — sind eindeutig falsch. Es gibt absolut keine wissenschaftlichen Beweise, die diese Grundsätze stützen, und es gibt keine wissenschaftlichen Gründe, den „wissenschaftlichen" Kreationismus, wie er von Morris (92, 95), Kofahl und Segraves (77), Gish und anderen (54) sowie Morris und Parker (97) als eine gültige wissenschaftliche Theorie beschrieben wird, ernsthaft in Betracht zu ziehen. Tatsächlich besteht der Großteil des in diesen Publikationen vorgestellten „Forschungs"-Materials darin, die Fehler voneinander zu zitieren.

Darüber hinaus sind die Kritikpunkte der Kreationisten an geologischen Prinzipien im Allgemeinen und an der radiometrischen Datierung im Besonderen ungültig. Unter objektiver Betrachtung erweisen sich diese Kritikpunkte stets als auf veraltete oder nicht existierende Daten, Verzerrungen der wissenschaftlichen Evidenz sowie auf unvollständige, fehlerhafte oder oberflächliches Verständnis der Methoden beruhend.

Kreationistische Autoren behaupten, es gebe wissenschaftliche Beweise für eine sehr junge Erde, doch ihre Argumentation ist stets durch falsche Grundannahmen und eine vollständige Missachtung der wissenschaftlichen Beweise hinsichtlich der Geschichte der Erde, ihrer Geologie, ihrer Physik und ihrer Chemie beeinträchtigt. Ihre Berechnungen sind bedeutungslos und können nicht ernst genommen werden.

„Wissenschaftlicher" Kreationismus bietet keine rationale Grundlage für sinnvolle wissenschaftliche Untersuchungen der Erde, des Sonnensystems oder des Universums. Die Annahme oder sogar die ernsthafte Inkaufnahme der Grundsätze des „wissenschaftlichen" Kreationismus erfordert die vollständige Aufgabe der Ergebnisse zweihundertjähriger wissenschaftlicher Untersuchungen sowie der Prinzipien der Objektivität, Rationalität und offenen, kritischen Prüfung, die für die Wissenschaft fundamental sind.

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