Behauptung CB400.1:

Die Evolution erklärt nicht, wie Menschen so intelligent geworden sind.

Quelle:

Yahya, Harun, 2004. Fehler bezüglich der menschlichen Intelligenz in der BBC-Sendung Horizon. http://www.harunyahya.net/V2/Lang/en/Pg/WorkDetail/Number/1905

Antwort:

  1. Intelligenz bietet offensichtliche Vorteile, die bei der Überlebenssicherung helfen können, sie ist also mit der evolutionären Theorie vereinbar. Was noch erklärt werden muss, ist, warum die menschlichen Gehirne signifikant größer (bezogen auf die Körpergröße) sind als die Gehirne anderer Tiere. Mehrere Hypothesen wurden vorgeschlagen, darunter folgende:
    • Eine größere Intelligenz ermöglicht effektivere Nahrungssuche, insbesondere beim Lernen und Erinnern, wo und wann Früchte reifen (Kaplan et al. 2000).
    • Eine größere Intelligenz ermöglicht effektivere Erfindung und Nutzung von Werkzeugen.
    • Eine größere Intelligenz ermöglicht eine erfolgreichere Funktionierung in den komplexen Sozialgruppen, die Primaten bilden. Dies könnte mit der Entwicklung der Sprache verknüpft sein.
    Die letzte Hypothese ist wahrscheinlich die wahrscheinlichste, obwohl sie nicht gegensätzlich sind.

    Vieles über die Evolution größerer Gehirne kann durch Neotenie, die Verlängerung der unreifen Entwicklungsphasen, erklärt werden. Die Entwicklung eines größeren Gehirns erfordert keine großen genetischen Veränderungen, sondern nur eine relativ kleine Veränderung, um das Gehirn für eine längere Zeit wachsen zu lassen (Gould 1977).

Referenzen:

  1. Gould, Stephen Jay, 1977. Das Kind als des Menschen echter Vater. In: Ever Since Darwin, New York: W. W. Norton, S. 63-69.
  2. Kaplan, H., K. Hill, J. Lancaster und A. M. Hurtado, 2000. Eine Theorie der menschlichen Lebensgeschichtesevolution: Ernährung, Intelligenz und Langlebigkeit. Evolutionary Anthropology 9: 156-185. http://www.soc.upenn.edu/courses/2003/spring/soc621_iliana/readings/kapl00d.pdf

Weiterführende Studien:

Cosmides, Leda und John Tooby, 1997. Evolutionäre Psychologie: Eine Einführung. http://www.psych.ucsb.edu/research/cep/primer.html
Vorherige Behauptung: CB400   |   Liste der Behauptungen   |   Nächste Behauptung: CB401

erstellt 2003-8-27, geändert 2004-2-22