Behauptung CB822:

Laut der Theorie der Evolution hat sich das Leben mit verschiedenen Formen entwickelt, die sich von einem gemeinsamen Vorfahren verzweigten. Aktuelle wissenschaftliche Arbeiten widersprechen dieser Erwartung. Molekulare Daten deuten darauf hin, dass der Baum des Lebens ausgerissen werden sollte und das Konzept der Homologie diskreditiert wird.

Quelle:

Yahya, Harun, 2003. Darwinismus widerlegt, Das Mythos der Homologie. http://www.darwinismrefuted.com/myht_of_homology_05.html

Antwort:

  1. Die Behauptung bezieht sich auf Ergebnisse, die darauf hindeuten, dass der horizontale Gentransfer in den allerersten Lebewesen häufig war. Mit anderen Worten, genetische Information wurde nicht nur von dem unmittelbaren Vorfahren geerbt; einige wurde auch von völlig anderen Organismen erhalten. Als Folge davon wächst der Baum des Lebens nicht aus einem einzigen Stamm, sondern aus einem verzweigten Geflecht aus Stämmen (Woese 2000). Dies wertet die Theorie der Evolution jedoch nicht aus. Es besagt lediglich, dass ein anderer Mechanismus der Vererbung früher häufiger war.

  2. Der horizontale Gentransport wertet die Phylogenie nicht aus. Horizontale Gentransfer ist kein wesentlicher Faktor, der das moderne Leben, einschließlich aller makroskopischen Lebewesen, beeinflusst: „Obwohl HGT mit wichtigen evolutionären Konsequenzen auftritt, scheinen klassische darwinistische Linien die dominante Form der Evolution für moderne Organismen zu sein“ (Kurland et al. 2003, 9658; siehe auch Daubin et al. 2003). Und es ist immer noch möglich, Phylogenien zu berechnen, wenn man den horizontalen Gentransfer berücksichtigt (Kim und Salisbury 2001).

Links:

Tamzek, Nic. 2002. Symbol der Verwirrung. http://www.talkorigins.org/faqs/wells/iconob.html#Treeoflife

Referenzen:

  1. Daubin, V., N. A. Moran und H. Ochman. 2003. Phylogenetik und die Kohäsion bakterieller Genome. Science 301: 829-832. Siehe auch: Pennisi, E., 2003. Pfade durch den Labyrinth der bakteriellen Evolution gefunden. Science 301: 745-746.
  2. Kim, Junhyong und Benjamin A. Salisbury. 2001. Ein von Ranken verdeckter Baum: Horizontaler Gentransfer und die Medianbaum-Methode zur Schätzung der Art-Phylogenie. Pacific Symposium on Biocomputing 6: 571-582.
  3. Kurland, C. G., B. Canback und Otto G. Berg. 2003. Horizontaler Gentransfer: Eine kritische Sicht. Proceedings of the National Academy of Science USA 100: 9658-9662. http://www.pnas.org/cgi/content/abstract/1632870100v1
  4. Woese, Carl R. 2000. Die universelle Phylogenie interpretieren. Proceedings of the National Academy of Science USA 97(15): 8392-8396 http://www.pnas.org/cgi/content/abstract/97/15/8392

Weiterführende Studien:

Doolittle, W. F. 2000. Den Baum des Lebens ausreißen. Scientific American 282: 90-95.

Woese, Carl. 1998. Der universelle Vorfahre. Proceedings of the National Academy of Science USA 95: 6854-6859, http://www.pnas.org/cgi/content/full/95/12/6854 (technisch).
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erstellt 2003-8-7, geändert 2005-6-18