Wissenschaftliche Skepsis gegenüber dem Piltdown-Mann vor der Enthüllung des Schwindels

Beitrag des Monats: Oktober 2006

von
Robin Levett

Betreff:  | Columbine Dad Blames Evolution
Datum:       | 11 Okt 2006
Message-ID: | l9ntv3-t6j.ln1@grendel.HAYESWAY

Nach dem Zitat und Kommentar zu einer Nachrichtensendung beginnt Mark Nutter:


>>>>>> http://www.cbsnews.com/stories/2006/10/02/freespeech/main2057062.shtml

>>>>>> "Dieses Land erlebt einen moralischen Absturz. Seit mehr als zwei Generationen hat das
>>>>>> öffentliche Schulsystem in einem moralischen Vakuum gelehrt und Gott aus der
>>>>>> Schule und Regierung verbannt und durch die Evolution ersetzt, in der die starken die schwachen
>>>>>> töten, ohne moralische Folgen, und das Leben keinen eigenen Wert hat."

>>>>>> Das ist albern. Jeder weiß, dass die eigentliche Ursache des moralischen Niedergangs in
>>>>>> den Schulen das Periodensystem der Elemente ist. Kinder lernen, dass wir aus gefühllosen Elementen
>>>>>> wie Kohlenstoff und Sauerstoff und Wasserstoff gemacht sind und ähnlichem, statt göttlich geschaffen
>>>>>> zu sein. Kein Wunder, dass Gott mal eben fernbleibt!

Antwort von: John McCoy

>>>>> Das ist Unsinn. Alles in der Schöpfung hat eine materielle Zusammensetzung. Nicht die Zusammensetzung zählt,
>>>>> sondern ob jemand glaubt, dass die materielle Welt sich selbst geschaffen hat oder von Gott geschaffen wurde.
>>>>> Wenn sie sich selbst geschaffen hat, dann ist jede chemische Aktivität im Gehirn gültig. Daher
>>>>> wäre, wenn chemische Aktivitäten im Gehirn sagen, dass Kindesmisshandlung in Ordnung ist, dann ist es in Ordnung, weil es die
>>>>> Chemie verursacht hat. Wenn die Welt aber von Gott geschaffen wurde, dann bedeutet das, dass der beste Weg zu leben darin besteht,
>>>>> nach Gottes Anweisungen zu leben. Wenn wir Gottes Anweisungen ignorieren, werden wir an unserem eigenen
>>>>> Urteilsschwung leiden. So ist es: „Betritt nicht das Feuer.“ Mann: „Meine Chemikalien im Gehirn sagen,
>>>>> du sollst ins Feuer steigen.“ Der Mann steigt ins Feuer. „Aua, das tut weh!“ Verstehen?

>>>>> JM

Antwort von: Ye Old One

>>>> Pssst, hör auf, dich lächerlich zu machen, McClueless – nutze die Zeit, um den Nachweis für das meistverkaufte Lehrbuch zu posten,
>>>> das den Piltdown-Mann als Eckpfeiler der Evolution propagierte.

>>>> Komm schon, McClueless, tu in deinem traurigen und erbärmlichen Leben bitte einmal das Ehrliche und gib zu, dass du falsch lagst, als du behauptet hast, es gebe Millionen von Lehrbüchern, die den Piltdown-Mann förderten. Stell dich wenigstens einmal der Realität.

Antwort von: John McCoy

>>> Aber ich liege nicht falsch, Bob.

Antwort von: Ye Old One

>> Doch schon, wie immer.

>>> Wie gesagt, ich habe zwei Nennungen des Piltdown-Mannes in zwei Lehrbüchern derselben Firma gefunden, die zehn Jahre auseinanderliegen.

>> Und was jetzt?

>>> Das ist nur eine Art von Buch. Sagen wir, die Firma veröffentlichte ein Geschichtsbuch, ein Biologiebuch und ein Buch zur historischen Geologie.

>> Nicht relevant, McClueless. Piltdown-Mann wäre weder in einem Geschichtsbuch noch in einem Geologiebuch erschienen.

Antwort von: John McCoy

> Falsch. Nein. Nicht so. Sogar H. G. Wells hat in seiner Geschichte der Welt, einem Buch, dessen Exemplare ich habe, den Piltdown-Mann. Und offenbar schrieb Wells im Namen von Wissenschaftlern in seiner mehrbändigen Arbeit über Wissenschaft, und darin ist auch der Piltdown-Mann enthalten. Also liegst du falsch.

Robin Levett stellt das Ausgangsmaterial vor:

Der gesamte Abschnitt zum Piltdown ist folgendermaßen:

"Even still more enigmatical are the remains of a creature found at Piltdown in Sussex in a deposit that may indicate an age between a hundred and a hundred and fifty thousand years ago, though some authorities would put these particular remains back in time to before the Heidelberg jaw-bone. Here there are the remains of a thick sub-human skull much larger than any existing ape?s, and a chimpanzee-like jaw-bone which may or may not belong to it, and, in addition, a bat-shaped piece of elephant bone evidently carefully manufactured, through which a hole had apparently been bored. There is also the thigh-bone of a deer with cuts upon it like a tally. That is all.

Was für ein Wesen war dieses Wesen, das auf einem Stein saß und Löcher in Knochen bohrte?

Wissenschaftliche Gelehrte haben ihn Eoanthropus, den „Dawn Man“, genannt. Er ist von seinen Verwandten getrennt; ein sehr verschiedenes Wesen entweder gegenüber dem Heidelberger Wesen oder irgendeinem lebenden Affen. Kein anderes Überbleibsel wie er ist bekannt. Doch die Schotter- und Sedimentschichten ab etwa einhunderttausend Jahren sind immer reicher an Klingen, Feuerstein und ähnlichem Steinwerkzeug. Und diese Werkzeuge sind nicht mehr grobe ?Eolithen.?. Die Archologen sind derzeit dabei, Schaber, Bohrer, Messer, Speere, Wurfsteine und Handäxte zu unterscheiden.

Wir kommen der Menschheit bereits sehr nahe. In unserem nächsten Abschnitt müssen wir den seltsamsten von all diesen Vorläufern der Menschheit beschreiben, die Neandertaler, die Männer, die fast, aber nicht ganz, wahre Männer waren.

Aber es ist vielleicht sinnvoll, hier ganz klar festzuhalten, dass kein wissenschaftlicher Mann diese Wesen, den Heidelberger Menschen oder Eoanthropus, als direkte Vorfahren der heutigen Menschen ansieht. Diese sind, wenn überhaupt, am nächsten verwandten Formen."

http://www.bartleby.com/86/9.html

Angesichts der klaren Aussage, dass er nicht mit dem Rest der Beweise übereinstimmt, stellt das Buch Piltdown keinesfalls uneingeschränkt zur Schau, und es stellt ihn sicherlich nicht als Hauptgrund für den Glauben an die Evolution im Allgemeinen oder die Abstammung des Menschen im Besonderen vor.

Dann gab es (in Wells' „Outline of History“):-

"We must turn over the Record for, it may be, another 100,000 years for the next remains of anything human or sub-human. Then in a deposit ascribed to the Third Interglacial period, which may have begun 100,000 years ago and lasted 50,000 years, the smashed pieces of a whole skull turn up. The deposit is a gravel which may have been derived from the washing out of still earlier gravel strata, and this skull fragment may be in reality as old as the First Glacial Period. The bony remains discovered at Piltdown in Sussex display a creature still ascending only very gradually from the sub-human.

The first scraps of this skull were found in an excavation for road gravel in Sussex. Bit by bit other fragments of this skull were hunted out from the quarry heaps until most of it could be pieced together. It is a thick skull, thicker than that of any living race of men, and. it has a brain capacity intermediate between that of Pithecanthropus and man. This creature has been named Eoanthropus, the dawn man. In the same gravel-pits were found teeth of rhinoceros, hippopotamus, and the leg-bone of a deer with marks upon it that may be cuts. A curious bat-shaped instrument of elephant bone has also been found.

There was moreover a jaw-bone among these scattered remains, which was at first assumed naturally enough to belong to Eoanthropus, but which it was afterwards suggested was probably that of a chimpanzee. It is extraordinarily like that of a chimpanzee, but Dr. Keith, one of the greatest authorities in these questions, assigns it, after an exhaustive analysis in his Antiquity of Man (1915), to the skull with which it is found. It is, as a jaw-bone, far less human in character than the jaw of the much more ancient Homo Heidelbergensis, but the teeth are in some respects more like those of living men.

Dr. Keith, swayed by the jaw-bone, does not think that Eoanthropus, in spite of its name, is a creature in the direct ancestry of man. Much less is it an intermediate form between the Heidelberg man and the Neanderthal man we shall presently describe. It was only related to the true ancestor of man as the orang is related to the chimpanzee. It was one of a number of sub-human running apes of more than ape-like intelligence, and if it was not on the line royal, it was at any rate a very close collateral."

http://www.ibiblio.org/pub/docs/books/sherwood/Wells-Outline/Text/Part-I.htm

Noch einmal: das ist keine Zustimmung zu Piltdowns Platz in der menschlichen Abstammung – weit davon entfernt, denn Keith wird ausdrücklich zitiert mit der Aussage, dass er es nicht war.

[Zurück zu den Beiträgen des Monats 2006]