Behauptung CB620:
Eine vernünftige Annahme zur Bevölkerungswachstumsrate (0,5 Prozent) passt zu einer Bevölkerung, die vor etwa 4000 Jahren mit zwei Menschen begann, nicht zu einer menschlichen Geschichte von Millionen von Jahren.Quelle:
Morris, Henry M. 1985. Scientific Creationism. Green Forest, AR: Master
Books, S. 167-169.
Antwort:
- Diese Behauptung geht davon aus, dass die Bevölkerungswachstumsrate immer konstant war,
was eine falsche Annahme ist. Kriege und Pandemien hätten die Bevölkerung in der Zeit
wiederholt sinken lassen. Insbesondere wären die Bevölkerungsgrößen vor der Landwirtschaft
stark begrenzt gewesen und hätten für eine beliebige Anzahl von Jahren ein durchschnittliches
Bevölkerungswachstum von Null gehabt.
- Es gibt keinen besonderen Grund, eine Bevölkerungswachstumsrate von
0,5 Prozent für die Berechnung zu wählen. Das Bevölkerungswachstum von 1000 bis
1800 lag näher an 0,1227 Prozent pro Jahr (Encyclopaedia Britannica 1984). Bei diesem
Rate hätte sich die Bevölkerung von den acht Überlebenden der Sintflut in 16.660
Jahren zu ihrer heutigen Größe entwickelt.
- Die von der Behauptung vorgeschlagene Bevölkerungswachstumsrate würde unrealistische
Bevölkerungen in der frühen Geschichte implizieren. Wir seien in unseren Berechnungen
großzügiger und starten mit acht Menschen im Jahr 2350 v. Chr. (ein traditionelles
Datum für die Sintflut). Dann, unter der Annahme einer Wachstumsrate von 0,5
Prozent pro Jahr, ist die Bevölkerung nach N Jahren gegeben durch
P(N) = 8 × (1,005)N
Die Pyramiden von Giza wurden vor 2490 v. Chr. erbaut, noch vor dem vorgeschlagenen Sintflutdatum. Selbst wenn wir annehmen, dass sie 100 Jahre nach der Sintflut gebaut wurden, dann betrug die Weltbevölkerung zu ihrer Errichtung 13 Personen. Im Jahr 1446 v. Chr., als Moses angeblich 600.000 Männer (plus Frauen und Kinder) auf die Auswanderung führte, ergab dieses Bevölkerungswachstumsmodell 726 Personen auf der Welt. Im Jahr 481 v. Chr. versammelte Xerxes eine Armee von 2.641.000 (laut Herodot), während die Weltbevölkerung, laut Modell, 89.425 betrug. Selbst bei Berücksichtigung übertriebener Zahlen macht das Bevölkerungsmodell keinen Sinn.
Links:
Elsberry, Wesley R., 1998. Bevölkerungsgröße und Zeitpunkt der Schöpfung oder Sintflut. http://www.rtis.com/nat/user/elsberry/evobio/evc/argresp/populate.htmlReferenzen:
- Encyclopaedia Britannica, 1984, Bevölkerung. Encyclopaedia Britannica Bd. 14: 816.
erstellt 2003-4-10, geändert 2006-3-31