Behauptung CB701:
Haeckel fälschte seine Embryonenbilder, um sie ähnlicher aussehen zu lassen, als sie sind.Quelle:
Wells, Jonathan, 2000. Icons of Evolution, Washington DC: Regnery
Publishing Inc., pp. 81-109.
Behe, Michael, "Firing Line with William Buckley", PBS, 13 Dec. 1997.
Behe, Michael, "Firing Line with William Buckley", PBS, 13 Dec. 1997.
Antwort:
- Haeckels Bilder sind für die Frage irrelevant, ob die Embryonen ähnlich sind. Was zählt, sind die Embryonen selbst. Innerhalb einer Gruppe zeigen frühe Embryonen viele Ähnlichkeiten. Zum Beispiel entwickeln alle Wirbeltiere ein Chorda-Wirbelband, Körpersegmente, Kiemenschlitze und einen nachanalen Schwanz. Diese grundlegenden Ähnlichkeiten deuten auf eine gemeinsame evolutionsgeschichtliche Entwicklung. Andere embryologische Ähnlichkeiten finden sich in anderen Linien, wie z. B. Weichtieren, Gliederfüßern und Ringelwürmern. Diese Ähnlichkeiten sind schon lange bekannt. Professor Agassiz sagte beispielsweise 1849: "Wir finden auch, dass der junge Fledermaus, oder Vogel, oder die junge Schlange, in bestimmten Wachstumsphasen, sich so sehr ähneln, dass er es jedem verbieten würde, sie zu unterscheiden – oder zwischen einer Fledermaus und einer Schlange zu unterscheiden." (Scientific American 1849)
- Die Embryonen zeigen auch einige Unterschiede, die Haeckel überging. Unterschiede sollten jedoch auch erwartet werden, da die Tiere nicht alle gleich nah verwandt sind. Es ist das Muster aus Ähnlichkeiten und Unterschieden, das Abstammungsmuster zeigt. Organismen, die weniger eng verwandt sind, sollten weniger ähnlich aussehen.
- Als Haeckels Ungenauigkeiten aufgedeckt wurden, begannen Autoren, korrigierte Versionen zu verwenden. Die Wissenschaft neigt dazu, sich selbst zu korrigieren.
Links:
Myers, P. Z., 2003. Wells und Haeckels Embryonen: Eine Überprüfung von Kapitel 5 von Icons of Evolution. http://www.talkorigins.org/faqs/wells/haeckel.htmlReferenzen:
- Scientific American, 1849. Young Mamalia. Scientific American 4(51) (8 Sep.): 403. Reprinted in Scientific American 281(3) (Sep. 1999): 10.
Weiterführende Studien:
Pickett, Kurt M., John W. Wenzel and Steven W. Rising. 2005. Iconoclasts of evolution: Haeckel, Behe, Wells and the ontogeny of a fraud. The American Biology Teacher 67(5): 275-282. http://darwin.bc.asu.edu/pub/pickett.pdfRichardson, M. K., J. Hanken, L. Selwood, G. M. Wright, R. J. Richards and C. Pieae, 1998. Haeckel, Embryonen und Evolution. Science 280: 983-986.
Richardson, M. K. and G. Keuck, 2002. Haeckels ABC of evolution and development. Biol. Rev. 77: 495-528. (technical)
created 2001-2-17, modified 2005-6-5