Behauptung CD001:
Die radiometrische Datierung geht fälschlicherweise davon aus, dass die zu datierenden Gesteine geschlossene Systeme sind. Sie geht unangemessen davon aus, dass über die Geschichte der Probe hinweg keine Mutter- oder Tochterisotope durch andere Prozesse hinzugefügt oder entfernt wurden.Quelle:
Morris, Henry M., 1974. Scientific Creationism, Green Forest, AR: Master
Books, S. 139.
Ausführung:
- Absolut geschlossene Systeme existieren selbst unter idealen Laborbedingungen nicht. Dennoch nähern sich viele Gesteine geschlossenen Systemen so stark an, dass mehrere radiometrische Datierungsmethoden konsistente Ergebnisse liefern, die sich um weniger als 1 Prozent voneinander unterscheiden.
- Manche Gesteine können für äußere Kontaminationen offen sein, aber nicht alle. Die meisten Altersbestimmungen basieren auf mehreren Mineral- und Gesteinsproben, die ein konsistentes Datum innerhalb von 1 und 3 Prozent liefern. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass Kontamination alle Proben in gleichem Maße beeinflusst.
- Isochronen-Methoden können Kontaminationen erkennen und sie in gewissem Maße korrigieren. Isochronen werden aus mehreren Proben bestimmt, und Kontamination müsste alle Proben auf die gleiche Weise beeinflussen, um eine Isochrone zu erzeugen, die zwar in Ordnung aussieht, aber falsch ist (siehe CD002).
Bei der Uran-Blei-Datierung kann das Schließen des Systems mit einem Concordia-Diagramm getestet werden. Dies nutzt die Tatsache aus, dass es zwei Isotope von Uran (238U und 235U) gibt, die zu verschiedenen Isotopen von Blei (206Pb und 207Pb, jeweils) zerfallen. Wenn das System geschlossen geblieben ist, dann fällt eine Darstellung von 206Pb / 238U versus 207Pb / 235U auf eine bekannte Linie, die als Concordia bezeichnet wird. Selbst wenn Proben diskordant sind, können oft zuverlässige Altersbestimmungen abgeleitet werden (Faure 1998, 287-290). - Geochronologen sind sich der Gefahren von Kontaminationen sehr wohl bewusst, und sie gehen sorgfältig vor, um diese zu minimieren. Zum Beispiel verwenden sie nicht verwitterte Proben.
Links:
Jessey, David, n.d. Isotopengeochemie. http://geology.csupomona.edu/drjessey/class/gsc300/isotope1.pdfStassen, Chris, 1998. Isochronen-Datierung. http://www.talkorigins.org/faqs/isochron-dating.html
Referenzen:
- Faure, Gunter, 1998. Principles and Applications of Geochemistry, 2. Aufl. Upper Saddle River, NJ: Prentice Hall.
Weitere Lektüre:
Dalrymple, G. Brent, 1991. The Age of the Earth, Stanford University Press. (Enthält eine verständliche Erklärung von Isochronen-Methoden.)Dickin, Alan P., 1995. Radiogenic Isotope Geology, Cambridge University Press.
Faure, Gunter, 1986. Principles of Isotope Geology, 2nd Edition, New York: John Wiley & Sons. (Dieses Werk und Dickin 1995 sind Standardwerke.)
erstellt 2003-5-2, geändert 2004-9-2