Behauptung CD200:
The evolution model is associated primarily with uniformitarianism, but evidence of catastrophism makes the uniformitarian assumption untenable.Quelle:
Morris, Henry M., 1974. Scientific Creationism, Green Forest, AR: Master Books, S. 91-100.
Antwort:
- Der moderne Uniformitarismus (Aktualismus) unterscheidet sich vom lyellischen Uniformitarismus des 19. Jahrhunderts. Die vorherrschende Meinung im 18. und frühen 19. Jahrhundert war, dass die Erde durch übernatürliche Mittel erschaffen worden sei und durch mehrere Katastrophen, wie etwa weltweite Überschwemmungen, geformt worden sei. Im Jahr 1785 veröffentlichte James Hutton den Vorschlag, dass die Geschichte der Erde anhand von Prozessen erklärt werden könne, die in der Gegenwart beobachtet werden; das heißt, „die Gegenwart ist der Schlüssel zur Vergangenheit". Dies war der Beginn des Uniformitarismus. Charles Lyell modifizierte in seinem Werk Principles of Geology Huttons Ideen und wandte diese Philosophie an, um geologische Merkmale in Bezug auf relativ allmähliche alltägliche Prozesse zu erklären.
Geologen heften sich heute nicht mehr dem lyellischen Uniformitarismus an. Ab Ende des 19. Jahrhunderts zeigten Feldarbeiten, dass natürliche Katastrophen weiterhin eine Rolle bei der Entstehung des geologischen Aufzeichnungsmaterials spielen. Zum Beispiel zeigte J. Harlan Bretz im späteren 20. Jahrhundert, dass die Scablands im östlichen Washington durch eine große Überschwemmung entstanden, als ein Gletschersee einen Eisdamm durchbrach; und Luis Alvarez schlug vor, dass ein Asteroideneinschlag für das Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren verantwortlich war. Der Aktualismus (moderner Uniformitarismus) besagt, dass das geologische Aufzeichnungsmaterial das Produkt sowohl langsamer, allmählicher Prozesse (wie etwa gletscherbedingter Erosion) als auch natürlicher Katastrophen (wie etwa Vulkanausbrüche und Erdrutsche) ist. Allerdings sind natürliche Katastrophen nicht mit kreationistischen Katastrophen wie der „Flood Geology" vereinbar. Erstens sind sie viel kleiner als die weltverändernden Ereignisse, die als Teil des kreationistischen Katastrophenismus vorgeschlagen wurden. Noch wichtiger ist, dass sie weiterhin Prozesse darstellen, die in der Gegenwart beobachtet werden. Meteoriten, das Schmelzen von Gletschern und Sturzfluten treten weiterhin regelmäßig auf, und wir können (und tun es, wie in den obigen Beispielen) von den beobachteten Vorkommnissen auf größere Ereignisse derselben Art schließen. Die Skala der Ereignisse kann sich ändern, aber die physikalischen Gesetze, die heute wirken, sind der Schlüssel zur Vergangenheit.
Links:
University of Oregon. n.d. Uniformitarianism. http://zebu.uoregon.edu/2003/glossary/uniformitarianism.htmlWeitere Lektüre:
Lyell, Charles, 1830. Prinzipien der Geologie. London: John Murray. http://www.esp.org/books/lyell/principles/facsimile/title3.htmlerstellt 2003-8-16, geändert 2004-9-9