Das Universum sieht alt aus
Aus dem Thread „Anne accepts Aron-Ra's challenge“

Beitrag des Monats: September 2001
von eyelessgame

Subject:    Re: Anne accepts Aron-Ra's challenge
Newsgroups: talk.origins
Date:       September 26, 2001
Author:     eyelessgame
Message-ID: e707421e.0109261025.72a2970a@posting.google.com

anne088@webtv.net (anne) schrieb in Nachricht news:<12941-3BB1C6F1-8@storefull-291.iap.bryant.webtv.net>...
> Fangen wir damit an: Du sagst, die Erde sei bei weitem älter als 10.000
> Jahre. Ich sage, sie wirkt nur so, als wäre sie älter. Zum Zeitpunkt der Erschaffung der Erde durch Gott
> hat er sie als ein „Erwachsenes“ geschaffen. Genau wie Adam und Eva
> wie Erwachsene aussahen, als sie erst einen Tag alt waren. Sie begannen nicht
> als Embryonen, und der Planet Erde nicht.

Anne, du hast deine Position von Anfang an untergraben.

Du hast absolut recht.

Das Universum sieht alt aus. *Genau* so, als wäre es alt.

Als hätte es eine, spezifische, konsistente Geschichte.

Als wäre es seit fünfzehn Milliarden Jahren aus einem einzelnen Punkt expandiert.

Als ob Licht durch es hindurch gereist wäre und durch Gravitationsfelder gebrochen wurde.

Als hätten Ereignisse Hunderttausende von Lichtjahren entfernt vor Hunderttausenden von Jahren Licht in rechtwinkliger Richtung zu uns gesendet, das von anderen Objekten reflektiert wurde und dann auf uns zutraf. Wir können mit der Geometrie von Euklid zeigen, wie weit entfernt sie sind und wie alt ihr Licht ist.

Die Erde sieht alt aus. *Genau* so, als wäre sie alt.

Als hätte sie etwa viereinhalb Milliarden Jahre existiert und wäre in den ersten 500 Millionen Jahren heiß und geschmolzen gewesen.

Als hätten sich die Kontinente die ganze Zeit über allmählich bewegt.

Als hätten Ozeane, Flüsse, Bäche und tektonische Strömungen sie all diese Zeit langsam geformt.

Als hätten sich Afrika und Südamerika über Millionen von Jahren voneinander entfernt, während Ablagerungen sich auf den Kontinenten aufbauen und sich der Meeresboden ausbreitet; das magnetische Eisen und Nickel in vulkanischen Ablagerungen, die das sich ändernde Magnetfeld der Erde aufzeichnen, exakt im Takt mit den Änderungen, die wir messen.

Als seien radioaktive Isotope hier gewesen und hätten sich gemäß den Gesetzen der Physik in stabile Tochterelemente verwandelt und dabei die Verhältnisse der Tochterisotope in exakt gleichem Verhältnis zu den Elementen verändert (nicht den Isotopen), die im Gestein zu finden sind. So hätten sie dies hunderte Millionen oder Milliarden Jahren lang getan.

Das Leben auf der Erde sieht alt aus. *Genau* so, als wäre es alt.

Als sei es seit fast der gesamten Erdgeschichte hier.

Als habe es sich all die Zeit lang verändert, wobei neue Arten erschienen, die jeweils Ähnlichkeiten zu etwas hatten, das vorher hier war.

Als läge der Krebs, anhand der Radioaktiven im Gestein, auf dem er wuchs, auf 300 Millionen Jahre datiert, mit vierhundert Tagen im Jahr, was exakt dem vorhergesagten Bremseneffekt der Mondgezeiten auf die Erdrotation über dreihundert Millionen Jahre hinweg entspricht.

Das Leben auf der Erde sieht so aus, als sei es von gemeinsamer Abstammung herstammend. *Genau* so, als wäre es.

Als wäre es in einer verschachtelten Ähnlichkeits-Hierarchie angeordnet, statt in all den unendlichen anderen Weisen, wie es hätte angeordnet sein können.

Als hätte die Junk-, nicht kodierende DNA in jedem Tier exakt dieselbe Ähnlichkeitsbeziehung wie die morphologische Hierarchie.

Als seien die Fehler in der DNA, die in der verschachtelten Hierarchie geteilt werden, etwa warum Menschen, Schimpansen und Gorillas Skorbut bekommen können, aber alle anderen Säugetiere ihr eigenes Vitamin C produzieren können.

Sicher könnte Gott die Erde vor sechstausend Jahren geschaffen haben. Oder eben letzten Montag. Aber unabhängig davon, wann sie erschaffen wurde, wurde sie so geschaffen, dass sie *genau* so aussah, als hätte sie all diese Geschichte.

www.talkorigins.org