Diese vorherigen Punkte sind alle Belege für die Makroevolution allein; die Belege und der Schlussfolgerung sind unabhängig von jeglichen spezifischen graduellen erklärenden Mechanismen für den Ursprung und die Evolution makroevolutionärer Anpassungen. Dies ist der Grund, warum Wissenschaftler die universelle gemeinsame Abstammung das „Tatbestand der Evolution" nennen. Wie im Einführungskapitel erläutert, adressieren keine der Vorhersagen direkt, wie die Makroevolution stattgefunden hat; dennoch hängt die Gültigkeit des makroevolutionären Schlusses nicht davon ab, ob Darwinismus, Lamarckismus (d. h. Vererbung erworbener Merkmale) oder etwas anderes der wahre Mechanismus des adaptiven evolutionären Wandels ist. Der makroevolutionäre Schluss steht in jedem Fall.
Dieser Punkt hat eine interessante Parallele in der Physik. Newtons Theorie der universellen Gravitation beschreibt ein Phänomen der Materie, genau wie die Makroevolution ein Phänomen des Lebens beschreibt. Die Theorie der universellen Gravitation ist auch unabhängig vom spezifischen Erklärungsmechanismus für die Gravitation, und tatsächlich hat Newton niemals einen Mechanismus für die Gravitation angegeben. Warum folgt die Kraft zwischen zwei Massen dem inversen Quadratgesetz und nicht einem anderen Gesetz (vielleicht einem inversen Kubikgesetz)? Es dauerte fast 300 Jahre, bis plausible Mechanismen für die Gravitation vorgeschlagen wurden (von Quantenfeldtheoretikern). Keiner dieser vorgeschlagenen Mechanismen hat derzeit irgendeine experimentelle Unterstützung. Darüber hinaus sind Theorien der Gravitation streng vom Konzept der Masse abhängig, und es gibt derzeit keinen empirisch unterstützten Mechanismus zur Verleihung von Masse an Materie. Charles Darwin gilt als eine so große wissenschaftliche Denkfigur, weil er, im Gegensatz zu Newton und Einstein, die nur deskriptive Theorien vorschlugen, sowohl eine deskriptive Theorie als auch einen plausiblen Mechanismus vorschlug. Dieser Mechanismus ist natürlich die vererbbare Variation mit natürlicher Selektion.
Danksagungen
Mike Hopkins hat großzügig sein Fachwissen und seine Zeit gespendet, um externe Links zu den in diesem FAQ zitierten Referenzen bereitzustellen, wofür ich ihm aufrichtig dankbar bin. Ich möchte mich auch bei Brett Vickers, John Wilkins, Wesley Elsberry, Edward Max, Jim Foley, Laurence Moran, Ashby Camp, Cornelius George Hunter, Richard Harter, Matt Silberstein, Neil Rickert, Larry Handlin, John Harshman, Paul Gans, Sarah Clark, Paul Danaher, Howard Hershey, maff, Adam Noel Harris, Rich Daniel, Wade Hines, Chris Nedin, Peter Nyikos, Gavin Tabor, Andrew McRae, Ken Cox, Ken Cope, Mike Goodrich, Norm Pace, Scott Classen, Tom Schneider, Steve Schultz, Carl Woese und Catherine Theobald (und anderen, die ich sicher, aber unbeabsichtigt ausgelassen habe) für ihre hilfreichen Kommentare, Korrekturen, Vorschläge, Diskussionen und Kritik bedanken. Alle verbleibenden Fehler liegen allein bei mir.