Die Akzeptanz von Homosexualität hat nichts mit Evolution zu tun. Sie kommt aus der Erkenntnis, dass Homosexuelle wie alle Menschen echtes Liebesempfinden verdienen, nicht nur Lippenbekenntnisse über Liebe. Evolutionisten (und andere Nicht-Fundamentalisten), einschließlich vieler Menschen, die die Bibel genauso sehr glauben wie Kreationisten, sind nicht durch die engen Auslegungen gewisser starrer Religionen eingeschränkt, die die einzigen Quellen sind, warum Homosexualität als unmoralisch gelten könnte.
Im Gegensatz zu Morris' Behauptung halten Evolutionisten Homosexualität nicht für wünschenswert.
Die Verbreitung von Homosexualität in der Natur zeigt zweifelsfrei, dass Homosexualität natürlich ist (Bagemihl 1998), was der einzigen nichtreligiösen Begründung für die Ablehnung von Homosexualität widerspricht.
Die biblische Ablehnung von Homosexualität ist heuchlerisch, da jene, die sie verurteilen, andere verbotene Verhaltensweisen wie das Tragen von Kleidung aus zwei Stoffarten (Lev. 19: 19), das Trimmen oder Rasieren der Schläfen (Lev. 19: 27), Tätowierungen (Lev. 19: 28) und die Verzinsung (Deut. 23: 19-20) nicht ebenso vehement verurteilen. Menschen, die Homosexualität verurteilen, tun dies nicht, weil es ihnen die Bibel sagt, sondern, letztlich, weil sie es wollen. Menschen, die andere verurteilen, sollten zunächst die Moral ihrer eigenen Urteile überprüfen.
Referenzen:
Bagemihl, Bruce. 1998. Biological Exuberance: Animal Homosexuality
and Natural Diversity. New York: St. Martin Press.
Weiterführende Studien:
Judson, Olivia. 2002. Dr. Tatiana's Sex Advice to All Creation,
New York: Metropolitan Books.