Behauptung CB110:

Mikroevolution (zum Beispiel die Entwicklung von Insektizidresistenz) wählt lediglich vorbestehende Variation aus. Sie demonstriert nicht, dass Mutationen neue Variation schaffen.

Quelle:

Wallace, Timothy, 2002. Fünf große evolutionistische Missverständnisse über Evolution. http://www.trueorigins.org/isakrbtl.asp

Antwort:

  1. In Experimenten mit Bakterien entsteht Variation (einschließlich vorteilhafter Mutationen) in Populationen, die aus einem einzelnen Individuum (Lederberg und Lederberg 1952) gezüchtet wurden. Da die Population mit nur einem Chromosom begann, gab es in der ursprünglichen Population keine Variation; alle Variation musste von Mutationen stammen.

    Darüber hinaus haben Krankheitserreger und Schadinsekten Resistenz gegen eine Vielzahl von Antibiotika und Pestiziden entwickelt, viele von ihnen künstlich und etwas, das es in der Natur nicht gibt. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass alle Insekten mit Resistenz gegen alle Pestizide erschaffen wurden.

  2. Mutation ist der einzige natürliche Prozess, der Variation zu Populationen hinzufügt. Selektion und genetische Drift entfernen Variation. Wenn Mutationen keine neue Variation schaffen würden, gäbe es jetzt kaum oder keine Variation, aus der ausgewählt werden könnte. Insbesondere, wenn man Populationen auf ein einzelnes Paar von Individuen reduziert, wie es die Sintflut erfordert, wären sehr beinahe alle Variation aus der Wildwelt der Erde auf einen Schlag entfernt worden.

  3. Es ist wahr, dass viel Mikroevolution aus vorbestehender Variation auswählt. Bei Tieren geschieht diese Art der Mikroevolution viel schneller als das Warten auf das Auftreten bestimmter Mutationen, daher sehen wir oft, dass künstliche Selektionsprogramme steckenbleiben, wenn sie alle die Variation ausgewählt haben, die es zu Beginn gab. Wenn die Selektion jedoch aufrechterhalten wird, sollte sich die Veränderung fortsetzen, allerdings mit einer viel langsameren Rate.

Referenzen:

  1. Lederberg, J. und E. M. Lederberg, 1952. Replikationsplatten und indirekte Selektion bakterieller Mutanten. Journal of Bacteriology 63: 399-406.

Weiterführende Studien:

True, Heather L. und Susan L. Lindquist, 2000. Ein Hefepräon bietet einen Mechanismus für genetische Variation und phänotypische Vielfalt. Nature 407: 477-483. (technisch)
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erstellt 2001-2-17