Behauptung CB360:

Praktisch alle „rudimentären“ Organe beim Menschen haben erwiesenermaßen bestimmte Funktionen und sind überhaupt nicht rudimentär.

Quelle:

Morris, Henry M., 1974. Scientific Creationism, Green Forest, AR: Master Books, S. 75-76.

Antwort:

  1. „Rudimentär“ bedeutet nicht, dass ein Organ nutzlos ist. Ein Rudiment ist ein „Spur oder sichtbares Zeichen, das etwas zurückgelassen hat, das verloren oder verschwunden ist“ (G. & C. Merriam 1974, 769). Beispiele aus der Biologie sind Beinknochen bei Schlangen, Augenreste bei blinden Höhlengfischen (Yamamoto und Jeffery 2000), zusätzliche Zehenknochen bei Pferden, Flügelstummel bei flugunfähigen Vögeln und Insekten sowie Molaren bei Fledermäusen. Ob diese Organe Funktionen haben, ist irrelevant. Sie haben offensichtlich nicht die Funktion, die wir von solchen Teilen bei anderen Tieren erwarten, wofür Kreationisten sagen, dass die Teile „designed“ sind.

    Rudimentäre Organe sind ein Indiz für die Evolution, weil wir erwarten, dass sich evolutionäre Veränderungen unvollkommen vollziehen, wenn Lebewesen neue Nischen annehmen. Der Kreationismus kann rudimentäre Orgene nicht erklären. Sie sind ein Indiz gegen den Kreationismus, wenn der Schöpfer einem grundlegenden Designprinzip folgt, dass Form der Funktion folgt, wie H. M. Morris selbst erwartet (1974, 70). Sie sind nur mit der Schöpfung kompatibel, wenn alles und jedes mit der Schöpfung kompatibel ist, was den Kreationismus nutzlos und unwissenschaftlich macht.

  2. Einige rudimentäre Organe können als nutzlos eingestuft werden, wenn Experimente zeigen, dass Organismen mit ihnen keine bessere Überlebenschance haben als Organismen ohne sie.

Links:

Theobald, Douglas, 2004. 29+ Evidenzen für Makroevolution: Vorhersage 2.1: Anatomische Reste. http://www.talkorigins.org/faqs/comdesc/section2.html#morphological_vestiges

Referenzen:

  1. G. & C. Merriam. 1974. The Merriam-Webster Dictionary. New York: Simon & Schuster.
  2. Morris, H., 1974. (siehe oben).
  3. Yamamoto, Y. and W. R. Jeffery., 2000. Central role for the lens in cave fish eye degeneration. Science 289: 631-633.

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erstellt 2003-5-29